Tunnelvariante
Streckenverlauf:
Diese Variante zweigt östlich
von Ebersberg von einem
Verteilerkreisel von der Wasserburger Straße auf Höhe der Straßenmeisterei
Richtung Norden zur Jesuitenallee ab. Die Straße hat bis zur Jesuitenallee ein
Gefälle und verschwindet vor dieser in bergmännisch zu errichtendem Tunnel. Von
da ab verläuft die Straße weiter in Tunnellage 800 m unter Ebersberg hindurch
und erreicht auf Höhe des Richardisweg wieder das Tageslicht. Um den Klostersee
und die Anwohner am Klostersee vor Lärm zu schützen sind hier Lärmschutzwände
aus Glas – ähnlich wie beim Petuelringtunnel – vorgesehen.


Begründungen
Länge und Kosten:
Der
Tunnel selber hat eine Länge von ca. 800 Metern.
Am
Sandberg ist eine Abfahrt zu diesem von ca. 300 Metern, ein Kreisel und mehrere
Zufahrtsstraßen zum Kreisel von weiteren 300 Metern vorgesehen. Die Schwabener
Straße wird vom Klostersee beginnend auf einer Länge von etwa 500 Metern
abgeflacht. Die
Kosten für den Tunnel belaufen sich laut Bauamt Rosenheim auf unter 20 Mio €.
Dazu kommen ca. 5 Mio € für die Zufahrtsstraßen, den Kreisverkehr am Sandberg
und für Grund- und Immobilienerwerb.
Entlastungswirkung:
Die
Entlastungswirkung der Tunnelvariante für das Stadtzentrum von Ebersberg ist so
groß wie bei keiner anderen Variante.
Dies hat zwei
entscheidende Gründe:
1.
der Tunnel setzt so nah am Stadtgebiet an, dass er auch
„Ebersberger Verkehr“ (sprich Binnen,
Quell- und Zielverkehr) aufnehmen wird
2.
die
Verbindungsstraße zwischen Grafing und Ebersberg wird nach
Fertigstellung der Südumgehung weiterhin
befahrbar bleiben (bei der Machbarkeitsstudie zu Ungunsten der Tunnellösung nicht
berücksichtig!). Der
Durchgangsverkehr auf dieser
Straße wird nur bei Realisierung der
Tunnelvariante nicht durch Ebersberg abkürzen.
Verkehrswirksamkeit insgesamt:
Eine Westumfahrung
macht so logischerweise am wenigsten Sinn. Folge wäre,
dass Autofahrer die z.B. aus Wasserburg kommen und zur A 94 wollen
durch
Ebersberg „abkürzen“, da sie nicht zuerst 6 km auf der
Südumgehung um Ebersberg fahren werden, um dann endlich
auf die Westumfahrung zu gelangen.
Die
Tunnellösung ist auch der Ostumfahrung in verkehrstechnischen
Gesichtspunkten deutlich überlegen: siehe "Entlastungswirkung".
Naturzerstörung
und Flächenverbrauch:
Der
Flächenverbrauch der Tunnelvariante ist mit <3 ha sehr gering. Lediglich im Bereich
des Sandbergs müssen für Zufahrtsstraßen und einen Kreisverkehr geringe Flächen
neu versiegelt werden. Sonstige Eingriffe in den Naturhaushalt (Rodungen,
Trockenlegungen, etc.) gibt es bei dieser Variante nicht.
Die Machbarkeitsstudie weist keinerlei Gefährdung durch den Tunnel in
diesem Bereich auf.
Lärmemissionen:
Der Verkehrslärm in der Ebersberger Innenstadt nimmt nach Realisierung der Tunnelvariante dank der höchsten Entlastungswirkung so stark ab wie bei keiner der anderen Varianten. Die gleichbleibenden Lärmemissionen am Klostersee, auf der Schwaberner Straße und der Hohenlindener Straße wird durch den Auftrag von sog. Flüsterasphalt, der Abflachung der Schwabener Straße und, wo nötig, mit hochabsorbierenden Lärmschutzwänden aus Glas so wirkungsvoll begegnet, dass die Lärmreduktionen auf diesen Straßenzügen entschieden höher liegen werden als bei der Ostumfahrungsvariante. mehr
Im
Gegensatz zur Ostumfahrung, wird bei der Tunnelvariante außerdem kein/e
Ebersberger/in neu verlärmt!
Abgase (lokal und global):
In der Innenstadt
werden die Autoabgase dank geringerer Verkehrszahlen und weniger
„Stop-and-go-Verkehr“ stark abnehmen. Die Abgase, die im Tunnel anfallen werden
über einen Entlüftungskamin (der mit Elektrofiltern ausgetattet werden könnte)
in so hohe Höhen ausgebreitet, dass sie deutlich unter den zulässigen Grenzwerten liegen.
Global
gesehen ist die Tunnellösung für die Luft ebenfalls die Vorteilhafteste: sie
produziert die geringsten Umwege für die Autofahrer/innen und somit die
geringsten Luftemissionen.
Der
Tunnel muss aufgrund seiner Länge durchgehend beleuchtet und zumindest zu den
Hauptverkehrszeiten ventiliert werden. Dennoch fällt der Energieverbrauch bei
der Tunnelvariante global gesehen deutlich niedriger aus als bei den
anderen Varianten, da kilometerlange Umwege - zu diesen und auf diesen - entfallen.
Der
nötige Baugrund ist minimal. Allerdings ist auch der Erwerb eines Hauses (am
Klostersee) nötig. Die Klagemöglichkeiten und Aussichten derselbigen gegen die
Realisierung der Tunnelvariante sind sehr gering.
Wenn sich die Stadt Ebersberg für den Tunnel ausspricht und der Freistaat Bayern bereit ist, die Tunnelvariante zu realisieren, ist es die Variante, die am schnellsten umgesetzt werden kann. Die reine Bauzeit eines solchen Tunnels beträgt 2 bis 3 Jahre.