Fundierte Antworten auf wichtige Fragen
Die Nord-Süd-Umfahrung Ebersbergs spielt im Konzept des
Freistaats Bayern eine ganz wesentliche Rolle, stellt doch die Staatsstraße
2080 (St2080) eine optimale Möglichkeit für die von Süden kommenden
Kraftfahrer dar, zur Passauer Autobahn
(A94), in den Münchner Norden, zum Flughafen (MUC) und zur Deggendorfer
Autobahn (A92) zu gelangen.
Der Freistaat ergreift bereits Maßnahmen, um die St 2080 von
der Salzburger Autobahn (A8) bei Rosenheim bis zur Passauer Autobahn (A94) bei
Forstinning/Schwaberwegen/Moos zu ertüchtigen, d.h. sie für den Verkehr
effektiver zu gestalten. Von Süden nach Norden sind folgende Straßenbauprojekte
in Planung, im Planungsvollzug oder im Bau:
1. Westtangente
Rosenheim mit 11 km Länge; der Planfeststellungsbeschluss ist bereits ergangen und es besteht Baurecht.
2. Beseitigung
des Bahnübergangs in Pfaffenhofen (RO), 1. Dringlichkeit.
3. Umfahrung
Ostermünchen, 1. Dringlichkeit (bis 2020).
mehr
4. Ostumfahrung
Grafing, das Planfeststellungsverfahren 2010, Baubeginn bis 2015. mehr
5. Umfahrung
Ebersbergs, Voruntersuchungsergebnisse wurden im Janur 2009 vom Bauamt
Rosenheim präsentiert, 2. Dringlichkeit (nach 2025).
6. Umfahrung
von Schwaberwegen und Moos, Voruntersuchungsergebnisse wurden im Januar
2009 präsentiert, 1. Dringlichkeit (bis 2020).
Nördlich der A 94 schließt bei Anzing seit 2009 die bereits
teilfertiggestellte Flughafen-Tangente-Ost (FTO) zum Flughafen und weiter zur
Deggendorfer Autobahn (A 92) an. Mit der vollständigen Verkehrsfreigabe 2011 steigt der (Verkehrs-)
Druck auf die südlich der Autobahn A 94 gelegenen Straßen und Ortsdurchfahrten
weiter an.

2. Kann der Tunnel
auch innerörtlichen Verkehr sowie Quell- und Zielverkehr aufnehmen?
Ja, und zwar im Gegensatz zu allen anderen Varianten! Autofahrer von
und nach Norden vor allem aus den Wohngebieten Moossteffel und Hupfauer Höhe
werden den minimalen Umweg zum und durch den Tunnel bei gleichzeitiger
Zeitersparnis (alleine vier Ampeln weniger) gerne in Kauf nehmen.
Gleiches gilt für die Autofahrer aus den
nördlichen Stadtteilen Anzinger Siedlung, Dachsberg und Im Tal, für die nur ein
stadtnaher Tunnel eine attraktive Route zum S-Bahnhof, zur Kreisklinik, zur
Realschule, zu den Ämtern, Behörden und Arztpraxen in der Innenstadt ebenso wie
zu den Bau- und Einkaufsmärkten im Westen und Osten der Stadt darstellt. Wichtigster
Punkt für die Einwohner aller Ebersberger Stadtteile wie auch aus dem Umland
ist jedoch: Durch die unmittelbare Anbindung der stadtnahen Nord-Süd-Umgehung
an das künftige Parkhaus an der Bahnhofstraße „von unten her“ entsteht die
Möglichkeit, auch die Innenstadt selbst wieder ohne Stau und lästige
Parkplatzsuche mit dem Pkw erreichen und von dort aus alle Erledigungen ebenso zentral
wie zügig „in einem Altstadt-Rundgang“ vornehmen zu können. Ein Konzept, wie es
sich beispielsweise in Wasserburg am Inn seit Jahren bewährt hat (siehe Präsentation).
3. Wie wirkt sich
die Bauphase des Tunnels auf die Stadt aus?
Die gesamte Bauzeit wird unter drei Jahren liegen. Der gut 800 m lange
Tunnel wird überwiegend (über 650 m) in so genannter „bergmännischer“ Bauweise
(genauer: "Rohrschirmvortrieb") hergestellt, weshalb die Ebersberger
Bürger/-innen größtenteils von den Arbeiten unbehelligt bleiben.
4. Ist die
Sicherheit im Tunnel gewährleistet?
Selbstverständlich würden beim Bau
des Tunnels alle derzeit gültigen Richtlinien, die vom Bund erst 2003 im
Rahmen einer EU-Richtlinie deutlich verschärft wurden, beachtet.
Die Verkehrsbelastung im Tunnel läge laut Gutachten im Jahr 2025 bei unter
11.000 Kfz/24h.
Die verbreitete Meinung, in Tunneln
käme es vermehrt zu Verkehrsunfällen ist nicht richtig. Gerade das Gegenteil
ist der Fall: Tunnel stellen die sichersten Straßenabschnitte überhaupt dar.
(Quelle: www.adac.de)
5. Müssen
Ebersbergs Bürger/-innen nach Fertigstellung des Tunnels mit einer höheren
Lärm- und Feinstaubbelastung rechnen?
Nein, ganz im Gegenteil.
Heute werden Lärm und Feinstaub durch die Fahrzeuge am Boden auf Straßenniveau
produziert bzw. ausgestoßen. Die Belastung betrifft die gesamte Innenstadt.
Beim Bau des Tunnels könnte hinter dem Finanzamt ein Abluftkamin für den Tunnel
errichtet werden.
An den Portalen und im Innern des Tunnels würden, insbesondere in den
Stoßzeiten, Ventilatoren laufen, die die Abluft zum Kamin treiben, wo sie mit
hoher Geschwindigkeit in große Höhen ausgeblasen wird. Die Abluft aus dem
Tunnel wird dabei so stark verdünnt, dass eine Schadstoffbelastung nie an
Grenzwerte heranreichen wird.
Die Feinstaubbelastung fällt noch geringer aus, wenn in den Kamin technische
Filter eingebaut werden.
In 15 Jahren werden bereits über 1
Mio. abgasfreie Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein.
Verbrennungsmotoren sind ein Auslaufmodell. mehr
Ziel
war es, das Kernprinzip einer umweltverträglichen und
verkehrswirksamen
Alternative zu den in der Diskussion befindlichen Umfahrungsvarianten
aufzuzeigen, ohne dass diese Lösung bereits abschließend
durchgeplant wäre. Sowohl im Norden als auch im Süden wird
derzeit nach Lösungen gesucht, wie ein komletter Citytunnel durch
anschließende Verlängerungen (sei es als Tunnel oder auch
als Galerie) dazu beitragen kann, benachteiligungen für die
schützenswerten Bereiche zu vermeiden (siehe Präsentation).
Ja, wenn auch nicht im gleichen Maße.
Von einer – wie bei keiner anderen Variante – verkehrsberuhigten Innenstadt profitieren
alle Ebersberger BürgerInnen. Der Tunnel bietet erhebliche städtebauliche
Potentiale.
Positiv
ist bei der Tunnellösung außerdem, dass kein/e einzige/r Ebersberg/in neu
verlärmt wird (wie es bei den Ostumfahrungsvarianten in erheblichem Maße der
Fall wäre). Vor allem die Ebersberger BürgerInnen, die entlang der
Eberhardstraße wohnen würden von einem mehr als halbierten Verkehrsaufkommen
profitieren. Der verkehrsberuhigte Marienplatz als Flaniermeile in einem
Stadtzentrum, welches durch Ansiedlung weiterer Fachgeschäfte des Einzelhandels
ebenso wie durch einen im gesamten Landkreis bisher nicht vorhandenen Vollsortimenter
als Einkaufsmagneten zusätzlich an Attraktivität gewinnen könnte, rückt damit in
den Bereich des Machbaren.
Auch die
Seestadt und das Naherholungsgebiet am Klostersee werden durch einen entsprechend
verlängerten Tunnel deutlich entlastet. Leider kann der Tunnel den Ebersberger
Norden nicht direkt vom Verkehr entlasten, denn gerade der Quell- und Zielverkehr
von und zu diesen Stadtteilen ist ja ein Hauptbestandteil des heutigen Verkehrsproblems
der Ebersberger Innenstadt. Wesentlicher Pluspunkt der stadtnahen Trasse
„City-Tunnel“ ist es daher, die Anwohner dieser zentrumsferneren Stadteile, die
vielfach für ihre täglichen Wege auf die Benutzung des Pkw angewiesen sind, nicht „außen vor“ zu lassen, sondern im
Gegenteil, gerade auch ihnen eine Nutzung der neuen Direktverbindung Nord-Süd
mit Anschluss ans Zentrum zu ermöglichen. Mit Abflachung der Schwabener Straße
und entsprechenden Lärmschutzmaßnahmen am Klostersee, sowie entlang der
Schwabener und Hohenlindener Straße (auch mit sog. Flüsterasphalt) würden aber
Lärmreduktionen in einem Maße erreicht, wie sie bei keiner anderen
(Umfahrungs-)Variante möglich wären.
8. Tunnel? Werden
doch bloß in Großstädten gebaut, oder?
Nein, Tunnel werden in zunehmendem Maße auch in kleineren Städten gebaut. Allein in Oberbayern sind neben dem Tunnelbauprojekt der Landeshauptstadt (am Luise- Kieselbach-Platz) über ein halbes Dutzend Tunnel in kleineren Städten geplant oder im Bau, Beispiele:
B 2 Stadttunnel Starnberg 2 Km, Baubeginn
2012
B
304 OU Traunstein
mit
725 m langem
"Ettendorfer
Tunnel“, Fertigstellung 2011
B 304 OU Altenmarkt mit Aubertunnel, Einleitung PFV 2009
Kramertunnel GAP 3577 m, Bau ab 2010
Ja,
definitiv!
1. Keine andere Variante nimmt mehr Binnen-, Quell- und Zielverkehr auf als die Tunnellösung. Der City-Tunnel setzt so nah am Ort an, dass große Teile des Verkehrs von und nach Ebersberg nur minimale Umwege – bei gleichzeitiger Zeitersparnis! – in Kauf nehmen werden.
2. Der Durchgangsverkehr in Ebersberg wird sich nur bei Verwirklichung der Tunnelvariante in Gänze aus der Innenstadt verbannen lassen. Bei den Ostumfahrungsvarianten würden Autofahrer aus Richtung Grafing nach Richtung Norden – und umgekehrt – durch den Ort abkürzen.
3. Nur bei der Realisierung der Tunnellösung könnte das Ebersberger Stadtzentrum rund um den Marienplatz wirklich verkehrsberuhigt
und für die Kunden der anliegenden Einzelhandelsgeschäfte und
Dienstleister attraktiver ausgestaltet werden.
10. Können am Klostersee die Fußgängerbeziehungen aufrecht erhalten werden?
Natürlich werden bei der Tunnellösung auch die Radfahrer-
und Fußgängerbeziehungen am Klostersee berücksichtigt. Unabhängig davon ob je
nach endgültiger Tunnelführung Teilstrecken der Hohenlindener- bzw. der
Schwabener Straße für den Kfz-Verkehr sogar völlig aufgelassen werden, soll die
Aufrechterhaltung der Wegebeziehungen für die übrigen Verkehrsteilnehmer auf
jeden Fall aufrechterhalten, wenn nicht sogar verbessert werden, etwa durch eine
Querung über die im Trog verlaufende Schwabener Straße. Insgesamt könnten die Radfahrer-
und Fußgängerbeziehungen besser und sicherer geregelt werden als es heute der
Fall ist.
11. Wie
viele BewohnerInnen werden im Ebersberger Norden nicht durch den Tunnel
entlastet?
In
Ebersberg wohnen nördlich des Klostersees rund 1.000 Ebersbergerinnen und
Ebersberger (10 % der Gesamteinwohner der Kreisstadt).
Von den
betroffenen rund 400 Haushalten in diesem Gebiet befinden sich rund hundert in
den Dörfern Haselbach, Westerndorf, Mailing, Siegersdorf, Halbing, Motzenberg,
Gmaind und Reith. Die BewohnerInnen dieser Ebersberger Dörfer nördlich des Klostersees wären je nachTrassenführung die (Haupt-) Leittragenden der
Ostumfahrungsvarianten.
12. Welche Belastungen für die Umwelt sind bei den verschiedenen Varianten zu befürchten?
12.1 Welche Belastungen für die Umwelt sind bei den Ostumfahrungsvarianten zu befürchten?
Bodenversiegelung:
Auf einer
Strecke von ca. 3,5 km wird in Straßenbreite (8 m) sprich 30.000 m²
Endmoränenfläche versiegelt.
Lärmemissionen:
Ein halbes
Dutzend Ebersberger Dörfer (Mailing, Westerndorf, etc.) würden durch die Trasse
neu verlärmt werden.
Je
nach Trassenführung befinden sich bis zu 22 Anwesen (in Gmaind, Reith,
Westendorf und der Anzinger Siedlung) in der 49 bzw. 54 dB (A) Isophone.
nimmt in der Innenstadt ab und entlang der Umfahrung quasi von einem Null-Wert extrem zu. Insgesamt ist in etwa mit gleichbleibenden Emissionen, die an die Umwelt abgegeben werden, zu rechen (der geringere „Stopp-and-Go-Verkehr“ in der Innenstadt wird durch höhere Geschwindigkeiten auf der Umfahrung in etwa ausgeglichen)
Grundwasser: ?
Flora:
Kulturland
wird auf 3,5 km Länge zerstört, Endmoränenausläufer zerschnitten.
Flächenbedarf:
90.000-100.000 m²
landwirtschaftliche Fläche, bis zu 20.000 m² Waldfläche.
Gesamtflächenbedarf zwischen 14 und
21 ha.
12.2 Welche
Belastungen für die Umwelt sind bei den Westumfahrungen zu befürchten?
Bodenversiegelung:
Der
Flächenverbrauch der beiden Westumfahrungsvarianten wäre enorm. Die
Westumfahrung V1 würde über 120.000 m² Boden versiegeln, was einer Fläche von
über 20 Fußballfeldern entspricht.
Lärmemissionen:
gingen in der
Innenstadt leicht zurück; Neuverlärmung des Ebersberger Forstes auf einer
Streckenlänge von 15 km.
Luftverschmutzung:
nähme in der Innenstadt ab und entlang der Umfahrung quasi von einem Null-Wert
extrem zu. Insgesamt wäre in etwa mit gleichbleibenden Emissionen, die an die
Umwelt abgegeben werden, zu rechen (der geringere „Stopp-and-Go-Verkehr“ in der
Innenstadt würde durch höhere Geschwindigkeiten auf der Umfahrung in etwa
ausgeglichen).
Grundwasser:
Inwieweit Wasserschutzgebiete tangiert würden, die große Teile des Ebersberger
Forstes ausmachen, hinge von der genauen Streckenführung ab.
Flora:
Beiden
Varianten fielen tausende von Bäumen zum Opfer.
Beide
Varianten durchschnnitten den Ebersberger Forst in Bereichen in denen er
naturrechtlich mehrfach Geschütz ist:
V1 durchschnitt:
- auf 13 km Länge so genannten Bannwald,
- auf 10 km Länge Landschaftsschutzgebiet und
- auf 3,5 km FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat: höchster EU-Naturschutz, in diese Gebiete darf nach § 34 BNatSchG nur eingegriffen werden, wenn keine zumutbaren Projekt- und Standortalternativen gibt)
V2 durchschnitt:
- auf 3,5 km Länge so genannten Bannwald,
- auf 6 km Länge Landschaftsschutzgebiet und
- auf 2,2 km FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat: höchster EU-Naturschutz, in diese Gebiete darf nach § 34 BNatSchG nur eingegriffen werden, wenn keine zumutbaren Projekt- und Standortalternativen gibt)
Flächenbedarf:
80.000 m² (V1) bzw. 40.000 m² (V2)
landwirtschaftliche Fläche, mehr als 200.000 m² (V1) bzw. mehr als 60.000m²
(V2) Waldfläche.
Gesamtflächenbedarf 74 ha (V1) und 25 ha (V2).
12.3 Welche Belastungen für die Umwelt sind bei der Tunnelvariante zu
befürchten?
Bodenversiegelung:
Zufahrtsstraßen zum Tunnel mit ca. 1 km Gesamtlänge und ein Kreisel am Sandberg
Minderung fast im gesamten Stadtgebiet (siehe auch "Knackpunkt Klostersee und nördliches Ebersberg"), keinerlei Neuverlärmung
Luftverschmutzung:
Nimmt deutlich ab, durch:
1. kürzere Wegstrecken,
2. weniger „Stopp-and-Go-Verkehr“,
3. den Einbau eines elektrischen Filters im Abluftkamin
Flora:
bleibt
weitestgehend umberührt
Schutzwürdigkeit
der betroffenen Naturflächen:
Ackerland
ohne naturschutzrechtliche Relevanz
Flächenbedarf:
17.500 m² landwirtschaftliche
Fläche, keinerlei Waldfläche.
Gesamtflächenbedarf mit
Ausgleichsflächen weniger als 3 ha.