Ostumfahrungsvarianten
Diese Varianten würde östlich von Langwied bei Altmannsberg an der bestehenden Bundesstraße 304 (B 304) ansetzen: nach Norden geführt würde diese Straße nach einem Kilometer zwischen den beiden Dörfern Westerndorf und Mailing (oder westlich von Westerndorf) verlaufen und in einem Linksbogen nach einem weiteren Kilometer zwischen Reith/Kalteneck und Gmaind auf die bestehende Staatsstraße 2086 (St 2086 nach Hohenlinden) treffen, diese unterqueren und entweder nördlich (oder südlich) der „Autostadt Ebersberg“ (auf Höhe des Busunternehmers "Reiser") auf die bestehende Staatsstraße 2080 (St 2080 nach Forstinning/A94) treffen.

Begründungen:
Entlastungswirkung:
Die
Entlastungswirkung der Ostumfahrung für das Stadtzentrum von
Ebersberg wäre – wie auch die bei der im Bau befindlichen
Südumgehung mit 10 bis 20 % gemessen am Ebersberger Gesamtverkehr
- nicht besonders groß.
Sie schneidet im Vergleich zur Tunnellösung deutlich
schlechter ab, da diese zusätzlich „Ebersberger
Verkehr“ v.a. aus den Wohngebieten südlich der Münchner
Straße – von und nach Norden - aufnehmen kann. Dasselbe
gilt für den Verkehr, der aus Süden teilweise auch nach
Fertigstellung der Südumgehung die Rosenheimer Straße in
Ebersberg von Grafing kommend benutzt. (Die Rosenheimer Straße wird weiterhin
für PKW befahrbar bleiben.)
Naturzerstörung
und Flächenverbrauch:
Auf einer Gesamtstrecke von ca. 5 km (inkl. nachgeordnetem Wegenetz) wird in Straßenbreite (8 m) sprich 40.000 m² Endmoränengebiet versiegelt. Aufgrund der Einschnitte und der nötigen Abböschungen werden der Landwirtschaft bis zu 10 ha Fläche verloren gehen. Mit Ausgleichflächen haben die Varianten einen Flächenbedarf von 14-21 ha.
Gefährdung
von Gewässern/Trinkwasser:
Bei Altmannsberg wird das Landschaftsschutzgebiet „Ebersberger Weiherkette“ tangiert.
Vor allem der zusätzliche Streusalzeintrag im Winter wird sich negativ auf den
Wasserhaushalt der Ebrach auswirken.
Lärmemissionen:
Die
Abnahme des Verkehrslärms in der Innenstadt fiele bei der
Ostumfahrung gering aus, da Lärm nicht proportional zum
Verkehrsrückgang abnimmt. Bei dem von Prof. Harald Kurzak
prognostizierten Rückgang des Verkehrs in der Stadt
ergäbe sich rechnerisch bei keinem Straßenabschnitt
eine Lärmreduktion
von mindestens 3 dB(A). Das menschliche Gehör nimmt aber erst ab
ca. 3
dB(A) Schalländerungen war.
Ein halbes Dutzend Ebersberger Dörfer (Mailing, Westerndorf, etc.) würden durch die Trasse neu verlärmt werden.
Je nach Trassenführung befinden sich bis zu 22 Anwesen (in Gmaind,
Reith, Westendorf und der Anzinger Siedlung) in der 49 bzw. 54 dB(A) Isophone
In der
Innenstadt werden die Autoabgase leicht abnehmen. Auf der Ostumgehung werden
die Autoabgase von einem Quasi-Null-Wert stark ansteigen. Insgesamt wird im
Raum Ebersberg nach dem Bau der Ostumfahrung in etwa die gleiche Menge an
Autoabgasen ausgestoßen wie vor dem Bau. Die Abnahme der Emissionen in der
Stadt (Rückgang des Stopp-and-go-Verkehrs), wird durch die höheren
Geschwindigkeiten auf der Ostumfahrung in etwa ausgeglichen.
Neben den zusätzlichen Winterdienstfahrten wirken sich die Umwege negativ auf die Energiebilanz der Ostumfahrung aus.
Verwirklichungszeitraum: